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Geschichte Kultur
Das Kurhaus Machnáč ist ein Gebäude in Trenčianske Teplice, dessen Autor der tschechische Architekt Jaromír Krejcar ist. In der Zwischenkriegszeit gehörte dieses Kurhaus zu den Spitzen der funktionalistischen Architektur in der gesamten ehemaligen Tschechoslowakei.

Kurhaus Machnáč - Trenčianske Teplice

Das Kurhaus Machnáč ist ein Gebäude in Trenčianske Teplice, dessen Autor der tschechische Architekt Jaromír Krejcar ist. In der Zwischenkriegszeit gehörte dieses Kurhaus zu den Spitzen der funktionalistischen Architektur in der gesamten ehemaligen Tschechoslowakei.

Über den Architekten

Jaromír Krejcar ist einer der bedeutendsten tschechischen Architekten der Zwischenkriegszeit. Die bekanntesten sind zwei seiner Werke: der berühmte tschechisch-slowakische Pavillon auf der Internationalen Ausstellung für Kunst und Technologie des modernen Lebens in Paris aus dem Jahr 1937 und das Kurhaus Machnáč in Trenčianske Teplice. Er entwarf mehrere Kurgebäude, wie das Kurhaus in Karlovy Vary (1931), das Sanatoriumsprojekt in Poděbrady (1931), den Wettbewerbsvorschlag für das Tuberkulose-Sanatorium in Starý Smokovec (1932) und den Wettbewerbsvorschlag für das Sanatorium in Vyšné Hágy (1932). Die Umsetzung des Entwurfs gelang ihm jedoch nur in Trenčianske Teplice. Es ist ein ehemaliges Kurhaus der Krankenkasse der Privatbeamten, das heute als Kurhaus Machnáč bekannt ist.

Vom Wettbewerb zum Projekt

Das Projekt des Kurhauses stammt aus einem Architekturwettbewerb im Jahr 1929, bei dem Jaromír Krejcar den ersten Preis gewann. Der Wettbewerb wurde von der Krankenkasse der Privatbeamten in Prag ausgeschrieben. Obwohl der Entwurf das endgültige Erscheinungsbild des Gebäudes vorwegnahm, unterschied es sich dennoch in einigen Punkten davon. Nach dem Wettbewerb erfuhr es einige Veränderungen, von denen die wichtigste die Änderung der symmetrischen Form des Grundrisses in eine asymmetrische war. Die Grundaufteilung der Materialien war in Form eines symmetrischen Buchstabens T, der soziale Teil endete in einem Halbzylinder, der Bettblock hatte an den Enden Risalite von Westen und an der Ostseite befanden sich Streifenfenster. Die Balkone waren hier nur vor den äußersten Zimmern.

Das endgültige Projekt entstand im August 1930, das Gebäude wurde 1932 von der Bratislavaer Niederlassung der Firma Nekvasil gebaut. Bei der endgültigen Lösung unterstützte der Architekt die Asymmetrie der Komposition. Der Schlafbereich wurde um Balkone erweitert, die in allen Doppelzimmern vorhanden sind. So wurden an der Fassade zwei asymmetrische Felder geschaffen: eines mit Balkonen und das andere nur mit Fenstern. Auch die Position des Sozialteils hat sich verändert und bildet mit dem Bettblock ein asymmetrisches T.

Der Einfluss der Moderne

Sanatorien waren in den 1930er Jahren ein Prüfstein der modernen Architektur. Die von Prager Architekten in der Slowakei entworfenen waren ein typisches Beispiel, an dem sich die abstrakten Prinzipien der Moderne ohne allzu große Rücksicht auf die örtlichen Gegebenheiten völlig und frei entwickelten. Die Ergebnisse waren nicht immer erfolgreich. Manchmal lässt sich eine problematische Dimension dieser „importierten“ Moderne beobachten, wie etwa der unsensible Zugang zum Gelände.

Krejcar integrierte radikale moderne Innovationen in sein Projekt, vermisste jedoch nicht die menschliche Dimension der Architektur. Karel Teige schätzte die Konsequenz und Reinheit, mit der Krejcar sein funktionalistisches Konzept umsetzte. Er versuchte sogar, das Sanatorium als Prototyp zukünftiger sozialistischer Kollektivhäuser zu präsentieren. Krejcar hat es angeblich nie geschafft, das Baubudget einzuhalten, und selbst in diesem Fall wurde das Kurhaus in Bezug auf das bebaute Volumen zum teuersten tschechisch-slowakischen Gebäude der 1930er Jahre.

Objektarchitektur

Damals wurde das Spa noch nur in der Sommersaison genutzt. Daraus ergaben sich auch einige Parameter des Gebäudes, die heute bei seiner Restaurierung Probleme bereiten. Die Füllung des Stahlbetonskeletts war beispielsweise nur 25 cm dicke Ziegelwände. Die Verglasung im Sozialbereich, in den Fluren und auf der Treppe ist einfach. Nur in den Zimmern gibt es Doppelverglasungen in Kraus-Fenstern, die ein bemerkenswertes Gleiten des Fensterflügels bis zum Rand ermöglichen. Dadurch ergibt sich ein beeindruckender Rundblick über den Park, der direkt an der Therme beginnt. Der sechsstöckige Wohnteil ist ein dispositioneller Doppelflügel. In den breiten Gängen stehen frei aufgestellte Säulen, deren Durchmesser in den einzelnen Stockwerken nach oben hin allmählich abnimmt. Die zurückgezogenen Säulen ermöglichten es, an der Westfassade lange Schiebefenster zu schaffen, ganz im Sinne von Le Corbusiers Prinzipien der modernen Architektur.

Die Architektur des Kurhauses lockt mit mehreren bemerkenswerten Elementen. An der Ostseite der Fassade des Bettteils befinden sich die Balkone der Zimmer mit eleganten Metallgeländer, die an das Gropius Bauhaus in Dessau erinnern. Die gegenüberliegende Seite des Schlaftraktes mit durchgehenden Schiebefenstern bildet eine ruhige Kulisse für einen zweigeschossigen Sozialtrakt mit Dachterrasse und einer breiten überdachten Terrasse im ersten Obergeschoss.

Die Pergolen der Terrasse auf dem Dach des Betttraktes haben einen interessanten, weichen Eindruck. Krejcar orientierte sich ganz klar an der Architektur oder dem Design von Schiffen, die damals eine Art ästhetisches Ideal darstellten. Diese dampfende, nautische Metapher wird nicht nur durch die Farbe Weiß, Metallgeländer, runde Fenster, Terrassen, die an Schiffsdecks erinnern, sondern vor allem durch die sehr abgerundete Vorderseite des Sozialtrakts repräsentiert. Krejcar, der selbst den Artikel Architecture of Transatlantic Steamships (LIFE II) veröffentlichte, war ein Förderer dieser für die puristisch-funktionalistische Architektur Ende der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts charakteristischen Formen. Im Geiste dieser Ästhetik löst er im Heilbad Machnáč sogar die Formen von Schornsteinkörpern auf dem Dach des Gebäudes.

Funktionalistische Gesinnung

Der Architekt legte großen Wert auf eine durchgängige Lösung der Raumaufteilung. In das Doppelbett stellte er zwei Einzelbetten. Ein integrierter Bestandteil des Interieurs ist ein Tisch, der direkt mit der Fensterbank verbunden ist. Jedes Zimmer verfügt über einen kleinen Flur mit Garderobe, Waschbecken und einer kleinen Rarität: ein Podest zur Unterstützung des Fußes beim Umziehen. An beiden Enden der Korridore befanden sich Gemeinschaftstoiletten und -bäder. Diese kostengünstige Lösung bereitet heute jedoch erhebliche Probleme. Im unteren, sozialverpflegten Teil gibt es stärker abgerundete Ecken und Ganzglaswände. Das liegt an seinem angemessenen Maßstab, den Massenanteilen, aber auch an seiner Ausstattung. Auf den Dächern gab es Terrassen mit Sonnenduschen, sogar Sandkästen, die an Meeresstrände erinnern sollten.

Aktueller Status

Das Kurhaus Machnáč ist seit 2002 außer Betrieb. Die Ansprüche an Betrieb und Komfort ähnlicher Einrichtungen haben sich seit der Errichtung des Gebäudes stark verändert. Die Heizung des Gebäudes ist ineffizient, die Fenster in den Räumen lassen sich nicht gut schließen und Wärme entweicht. Die Lage von Bädern und Toiletten in den Fluren liegt bereits unter dem aktuellen Standard. Viele Mängel könnten bei der Restaurierung behoben werden, da es sich jedoch um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt, wäre der Wiederaufbau schwieriger. Am Gebäude hängt seit mehreren Jahren das Schild "zu verkaufen". Viele Fenster sind leer, mehrere Türen fehlen und die Fenster stehen weit offen. Das Gebäude ist nicht gesichert und frei zugänglich. Allerdings birgt sein eventueller unsensibler und gewaltsamer Wiederaufbau auch das Risiko eines unersetzlichen Verlustes des ursprünglichen und historischen Wertes, der weit über die Grenzen der Slowakei hinausgeht.

Aktualisiert am: 8.9.2021

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Kontakt

Kurhaus Machnáč - Trenčianske Teplice
Trenčianske Teplice
Machnáč - liečebný dom, 914 51 Trenčianske Teplice
Trenčianske Teplice
Region: Trenčiansky
Zeitraum: Trenčín
Region: Mittlere Považie
 48.907769501863, 18.173587272432

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